Qualifizierte Übergabe

Wenn Sie und der andere Elternteil nach einer Trennung oder Scheidung sich in einzelnen Fragen, die vor allem Ihr*e Kind*er betreffen, nicht einigen können kann der Richter*in gemeinsam mit dem Jugendamt Ihnen eine Qualifizierte Übergabe (Gerichtsnahe Beratung) vorschlagen. Bei der Qualifizierten Übergabe vereinbart das für Sie zuständige Jugendamt einen Termin in der Beratungsstelle. Bei dem ersten Termin wird neben Ihnen als Eltern, das Jugendamt sowie zwei Berater*innen anwesend sein. Die Mitarbeiter*in des Jugendamtes erläutert den Berater*innen in Ihrem Beisein warum des Gericht und das Jugendamt eine Qualifizierte Übergabe empfiehlt und es gibt die Möglichkeit für alle Beteiligte offene Fragen zu klären. Die nächsten Termine finden ohne das Jugendamt statt. Es gibt eine Schweigepflicht gegenüber dem Jugendamt und dem Gericht. Lediglich das Ergebnis des Beratungsprozesses sowie ein Abbruch wird dem Jugendamt und dem Gericht mitgeteilt. Um der Komplexität der Beratungsgespräche gerecht zu werden finden die Gespräche in der Regel immer zu viert statt. Eine wichtige Grundlage der Qualifizierten Übergabe ist die Friedenspflicht. Die Eltern verpflichten sich dabei nach Beginn der Beratung bei der Beratungsstelle keine weiteren Anträge bei Gericht oder Anfragen beim Jugendamt in Bezug auf die strittigen Themen die Kind*er betreffend zustellen.  Die fachkundigen Berater*innen werden mit Ihnen gemeinsam versuchen, die ungeklärten Fragen und Themen in Bezug auf Ihre gemeinsamen*s Kind*er zu klären und zu bearbeiten. Die Beratung ist freiwillig. Die Eltern ebenso wie die Berater*innen haben jederzeit die Möglichkeit die Beratung abzubrechen, wenn sie diese nicht als zielführend erleben. Wenn die Beratung scheitert, wird das Gericht den Streit entscheiden.